Freitag, 10. Juli 2015

10 Dinge, die man im Sommer in der Küche machen kann. Oder: Quiche mit Rote Bete, ihren Blättern und Feta.

1. Salat
2. Wassermelone aufschneiden oder
3. eine halbe, eisgekühlte Wassermelone aushöhlen und sich die Melonenschale als kühlenden Helm auf den Kopf setzen
4. sich zur Abkühlung auf die Fliesen legen
5. den Kühlschrank aufräumen und ihn dabei eingeschaltet lassen
6. einen Eimer Wasser auf dem Boden verschütten, die Tiefkühltruhe aufmachen und warten, bis eine gleichmäßige Eisschicht entstanden ist, dann:
7. Disco on the rocks
8. Curling
9. mit Eiswürfeln jonglieren
10. ein dreigängiges Dinner für 10 Personen kochen


In meinem Kopf singt Farin Urlaub "Es ist zu heiß für den Straßenkampf" und ich denke, dass er dieses Lied extra für den heutigen Tag geschrieben hat. Es ist Sonntag, knapp 40 Grad und ich werde gleich zum dritten Mal an diesem Tag duschen. Und ich koche ein Dreigangmenü für 10 Personen. Ganz in echt, ohne offenen Kühlschrank, aber gemeinsam mit meiner wunderbaren Bürokollegin.

Wir zelebrieren nämlich in unserer Redaktion "Das perfekte Kollegendinner" - alle zwei Monate ist ein Büroteam dran und irgendwer muss ja auch im Sommer. Es rechnet schließlich auch niemand damit, dass es wirklich Sommer wird. Ist es aber und der Backofen bollert vergnügt schon den ganzen Nachmittag bei 200 Grad und 1 Kilo Zucchini in hauchdünnen Scheiben sind angebraten. Es gibt einen Zustand nach Schwitzen. Wenn der Körper beginnt, seinen Aggregatzustand zu wechseln.

Aber dann sitzt man an einer langen Tafel im Garten mit nicht zusammenpassenden Stühlen, die Blumen haben den Tag nicht so gut überstanden und endlich klingen Eiswürfel in den Gläsern mit Melonencocktails und Hugo. Es wird ein schöner Abend, das ist jetzt schon klar. Gelächter hallt an den Häuserwänden der Nachbarn wieder. Während Schwalben über unsere Köpfe düsen, gibt es den ersten Gang: Rote Bete Quiche mit Grün und Feta. Aufgeregt habe ich die Quichestücke auf die Teller balanciert, mir selbst das erste, verünglückte aufgetan. Ahs und Ohs, es schmeckt. Ich springe auf, wollte doch eigentlich Fotos vom Essen machen! Mache ich, improvisiert. Vom verunglückten Stück und der angeschnittenen zweiten Quiche.


 Für den Quicheboden

100g Haferfocken
50g Reismehl
50g gemahlene Mandeln
2 EL Leinsamen
1/2 TL Salz
75g Kokosöl (oder Butter)
4 EL kaltes Wasser

Zutaten für die Füllung
450g Rote Bete (etwa 2-3 mittelgroße Knollen, es kommt nicht aufs Gramm genau an) wichtig ist, dass ihr sie mit dem Grün, also den Blättern kauft, denn:
1 Bund Rote Bete-Blätter (solltet ihr kein Rote Bete Grün bekommen, könnt ihr auch Mangold oder Spinat nehmen, etwa 300g)
3 Eier
150 ml Milch
100g Feta
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
einige Zweige (4-5) Thymian oder 1 TL getrockneter Thymian
2 TL Apfelessig
etwa 10 Walnusskerne
etwa 10 Minzblätter
Salz, Pfeffer
1 EL Butter
Die Haferflocken, Leinsamen, gemahlenen Mandeln, Reismehl und Salz in einen Multizerkleinerer/Foodprozessor geben und so lange zerkleinern, bis die Zutaten zu einem Mehl geworden sind. Gib das Kokosöl (bzw. die Butter) dazu und zerkleinere die Masse noch einmal, bis die Butter in kleinen Flocken untergehoben ist. Dann das Wasser hinzufügen und dann so lange mixen, bis ein homogener Teig entsteht. Nehmt den Teig heraus - wenn ihr ihn zu einer Kugel formen könnt, hat er die richtige Konsistenz. Wenn nicht, knetet nach und nach einige Teelöffel Wasser unter.
Legt den Teig zwischen zwei Blätter Backpapier, aber erstmal zur Seite (nicht in den Kühlschrank).

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Teig zwischen den beiden Lagen Backpapier ausrollen. Sollte das nicht funktionieren, ist der Teig vielleicht noch zu trocken, dann müsstet ihr noch einige TL Wasser unterkneten. Oder ihr drükt den Teig Stück für Stück mit den Händen in die Quicheform. Stecht den Teig dann mit einer Gabel einige Male vorichtig ein und backt ihn dann 10 Minuten blind. Hierbei bedarf es keiner Erbsen o.ä. zum Blindbacken.
Holt anschließend die Form wieder aus dem Backofen und stellt sie kurz zur Seite.



Die Blätter und Stiele von den Rote Bete-Knollen trennen und die Blätter waschen; die Stiele braucht ihr nicht.
Etwa 3 mittelgroße oder 4 kleine Knollen Rote Bete schälen - man kann dazu Handschuhe benutzen, muss es aber nicht. Nach maximal drei Mal Händewaschen hat sich die Färbung der Hände erledigt.
Entweder könnt ihr die Rote Bete nun raspeln, mit dem Multizerkleinerer zerkleinern oder fein hacken. Dreiviertel der Rote Bete verteilt ihr dann auf dem Quicheboden.

Schneidet das Rote Bete-Grün in Streifen - diese müssen nicht fein sein, da die Blätter, wie Spinat, beim Garen sehr in sich zusammenfallen.
Schält und würfelt die Rote Zwiebel und schwitzt sie gemeinsam mit den Thymianzweigen in einer Pfanne und einem EL Butter an. Sobald die Zwiebeln durchsichtig sind, könnt ihr die gehackten Knoblauchzehen dazugeben. Etwa fünf Minuten bei schwacher Hitze anschwitzen, anchließend 2 TL Apfelessig und die Blätter der Rote Bete hinzugeben. Diese werden so lange in der Pfanne gegart, bis sie in sich zusammenfallen. Nun noch die Thymianzweige heraussammeln, das Blattgemüse salzen und pfeffern und auf die Rote Bete in der Tarteform geben. Darauf verteilt ihr anschließend die restliche gehackte Rote Bete.

Füllt 150 ml Milch in eine kleine Schüssel, hackt die Minze und gebt sie dazu. Den Feta zerkrümeln und ebenfalls in die Milch geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Masse leicht überwürzt ist, ist sie ausreichend gewürzt.  Schlagt nun die Eier hinein und verührt alles gut miteinander. Diese Masse wird nun gleichmäßig über das Gemüse in der Quicheform gegossen. Die Quiche muss dann etwa 35 Minuten backen und sollte vor dem Servieren etwas abkühlen.

Tipp: Wem der Quicheboden zu aufwendig oder zu zutatenintensiv ist, der kann diese Quiche natürlich auch wunderbar mit einem Mürbeteigboden backen, wie bei dieser Spargel-Quiche oder dieser Rosenkohl-Petersilienwurzel-Quiche.


Was macht für euch einen perfekten Sommerabend aus?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Dieses Rezept stammt von einem der schönsten Blogs der Welt: Green Kitchen Stories. Unbedingt mal reinschauen!

Kommentare:

  1. Oh, Mann. Das ihr an diesem Tag so krass kochen musstet. Krass. Wenn ich an den heißen Sonntag und den bollernden Ofen denke wird mir ganz anders. Aber letzendlich hat sich euer Einsatz ja gelohnt.
    Das Rezept klingt richtig gut. Ich bin nie auf die Idee gekommen das Grün der Roten Beete zu benutzen. Werde ich dann ab jetzt machen;)
    viele Grüße
    Berit

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  2. Yammi, die Quiche klingt wirklich lecker! Bei meinem Opa ist die Rote-Beete fast erntereif, ich weiß jetzt schon was ich demnächst mal machen werden! ;)
    Liebe Grüße
    Katti

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