Mittwoch, 9. Dezember 2015

Vegetarisches Weihnachtsmenü - Hauptspeise: Wirsing-Maronen-Strudel mit Cranberrysauce

Der Arbeitsauftrag lautet aufzuschreiben, was man schon getan hat, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. In der letzten Business-Englischstunde. Endlich mal keine Diskussion über Projektmanagementmethoden und Firmenstrukturen, emsig beugen sich die Köpfe übers Papier. Ich blickte starr, konzentriert, verzweifelt geradeaus auf die Tafel. Alle schreiben, ich nicht. Nach einiger Zeit wispert mir meine Sitznachbarin zu, was los sei. Ich flüstere zurück, dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll, denn ich habe noch keine weihnachtliche Vorbereitung betrieben.

Immer möchte man besonders gut vorbereitet sein. Deko, Weihnachtskarten, Adventskalender, Weihnachtsmarkt, Musikaufführungen der Kinder oder von Freunden, Adventskaffee, Geschenke, Plätzchen backen und nochmal Weihnachtsmarkt.

Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an blockflötenquietschendes "Stille Nacht", überfüllte Innenstädte und Glühweingeruch denke. Und ich bin nicht mal der Grinch. Ich möchte die Vorweihnachtszeit genießen, besonders intensiv wahrnehmen, immer etwas Zimtgeruch in der Nase haben und Tesafilmreste vom Geschenkeeinpacken am Pulli. Aber es ist so viel was man könnte, sollte, müsste. Darum laufe ich davon, wenn jemand eine Blockflöte zückt, gehe nicht in die Stadt und Plätzchen backen ohnehin alle anderen genug. Statt Weihnachtskarten kann man auch Neujahrskarten verschicken und dafür die Ruhe zwischen den Jahren nutzen. Und wenn ich im Februar schweißgebadet aufwache und denke "Oh Mist, hätte ich doch bloß Vanillekipferl gebacken!" - kann ich das dann immer noch tun. Weihnachten, chill mal. Echt jetzt.

Was ich aber auf keinen Fall dem Zufall überlassen möchte, ist das Weihnachtsessen! Die vegetarischen Alternativen geben gerade zu Weihnachten und an anderen festlichen Anlässen ein oft trauriges Bild ab. Weil das schlimm, traurig und Mumpitz ist, habe ich mir ein festliches, vegetarisches Weihnachtsmenü überlegt. Zur Vorspeise gab es Wintersalat mit Orangenvinaigrette und Selleriekroketten. Und zum Dessert etwas, das sich spitzenmäßig anhört und auch so schmeckt, aber gar nicht viel Arbeit macht: ein Schoko-Maronen-Küchlein mit Gebrannte-Mandel-Parfait.

Aber jetzt ist erstmal die Vorspeise dran: ein Wirsing-Maronen-Strudel mit Cranberrysauce.


Vegetarisches Weihnachtsmenü: Wirsing-Maronen-Strudel mit Cranberrysauce, Holunderweg 18 Zutaten für 4 Personen

der Strudelteig
200g Dinkelvollkornmehl
100g Weizenmehl
4 EL Olivenöl
160g lauwarmes Wasser
1 Prise Salz

die Wirsing-Maronen-Füllung
1 kleiner Wirsing, etwa 700g
150g vorgegarte, vakuumierte Maronen
200g Creme fraiche
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Eigelb
Salz, Pfeffer, etwas Muskat
etwa 1 EL geschmolzene Butter

Cranberrysauce
200g Cranberries
1 Bio-Zitrone
4-6 EL (Rohr-)Zucker
eine Prise Zimt

Zuerst bereitest du den Strudelteig vor: Vermenge die beiden Mehlsorten in einer Schüssel und gib Wasser, Salz und Öl hinzu. Verarbeite die Zutaten mit dem Knethaken deiner Küchenmaschine oder den Händen zu einem festen, nicht klebrigen Teig. Wickle ihn anschließend in Frischhaltefolie ein und lasse 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.

Entferne die äußeren Blätter des Wirsings und schneide ihn in Streifen, dann gut waschen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, eine Hälfte des Wirsings hinzugeben, sobald dieser zusammengefallen ist und wieder Platz in der Pfanne ist, gibst du den Rest hinzu. Den Wirsing nun etwas anbraten, er darf gerne etwas Farbe bekommen.

Die Maronen grob hacken, mit dem Wirsing in einer Schüssel vermengen. Schalotte und Knoblauch fein hacken, nochmal etwas Öl in der Pfanne erhitzen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Anschließend ebenfalls zum Wirsing in die Rührschüssel geben. Das Gemüse nun mit der Creme fraiche verrühren, mit Salz und Pfeffer und etwas Muskat abschmecken. Die Masse sollte etwas überwürzt sein, dann hat der Strudel nach dem Backen die richtige Würze. Nach dem Abschmecken die beiden Eigelbe unterrühren.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Breite auf deiner Arbeitsfläche einen Bogen Backpapier aus, streue etwas Mehl darauf. Den Teig jetzt noch einmal durchkneten und danach dünn auf dem Backpapier ausrollen. Der Teig sollte nach dem Ausrollen an jeder Seite etwa 3-5cm überstehen, die Teigränder schneidest du entlang der Backpapierkanten ab – dann ist der Strudelteig genau richtig dünn.
Wirsing-Maronen-Strudel mit Cranberrysauce, vegetarisches Weihnachtsmenü, Holunderweg 18

Verteile dann die Wirsingmasse auf dem Teig. Lass an den Rändern einige Zentimeter Platz. Roll den Teig dann von unten nach oben auf – hierbei hilft dir das Backpapier. Leg den Strudel anschließend so in die Mitte des Backpapiers, dass die Schlusskante unten liegt und schlag die Enden unter den Strudel, sodass er sozusagen verschlossen ist.

Vor dem Backen bepinselst du den Wirsing-Strudel noch mit etwas geschmolzener Butter. Dann muss er 35-40 Minuten backen, bis er schön knusprig gebräunt ist.

In der Zwischenzeit kannst du die Cranberrysauce vorbereiten: Spüle die Cranberrys ab und gib sie mit einem Schluck Wasser (etwa 50ml), 4 EL (Rohr-)Zucker und der Schale einer halben abgeriebenen Bio-Orange in einen Topf. Lass alles einmal aufkochen und dann nur noch leicht köcheln. Ab und an umrühren. Nach einigen Minuten platzen die Beeren auf und verkochen zu einem leckeren Kompott. Unbedingt abschmecken und ggf. noch 1-2 EL Zucker hinzugeben. Cranberrys sind wirklich sehr sauer und die Sauce darf süßlich sein. Wenn du magst, kannst du sie noch mit einer Prise Zimt abschmecken.

Was sind für dich vorweihnachtliche Dinge und Aktivitäten, die du besonders magst und auf die du nicht verzichten kannst?

Ich wünsche dir Schönes

Natalie

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1 Kommentar:

  1. Liebe Natalie,
    du sprichst mir aus der Seele :-)
    Wie jedes Jahr gehen wir am 2. Weihnachtsfeiertag mit meiner Oma essen und höchstwahrscheinlich gibt's für mich wieder nur Kloß mit Soß oder Käsespätzle.
    Hier auf dem Land haben's die Gaststätten noch nicht so mit dem Vegetarischen :-(
    Dafür koche ich mir dann aber am ersten Feiertag selbst was leckeres (Tofu-Rote Bete-Bällchen mit brauner Soße).
    Auf jedenfall sieht dein Strudel köstlich aus. Und hätte ich mir noch keine Rezepte rausgesucht, hätte das was werden können...
    Gespeichert wird's aber trotzdem :-)

    Viele Grüße
    Tina

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