Samstag, 11. Juni 2016

Die Mädchenküche kocht zusammen #6
Kohlrabisuppe mit Kokosmilch & Petersilien-Zitronen-Gremolata

Das Kind kommt von der Schule nach Hause. Es ist hungrig, hat sich womöglich mal wieder über seine Textillehrerin geärgert, die so ist, wie man sich Handarbeitslehrinnen vorstellt. Und immer einen roten Wollfaden dabei hat, ihren "Geduldsfaden". Von dem sie ein großes Stück abschneidet, wenn ihr die Klasse zu laut, zu gut gelaunt oder zu Wir-verstehen-Sticken-nicht ist. Also schneidet sie oft ein langes Stück ab, droht mit Unaussprechlichem, wenn der Faden aufgebraucht ist.
Außerdem teilen die ebenfalls achtjährigen Freundinnen dem Kind mit, dass man keine grünen Leggins mehr anziehen kann. In dem Alter! Das Kind wusste das nicht.

Das Kind geht schulgenervt und hungrig nach Hause. An richtig schlechten Tagen gibt es dann auch noch Suppe oder Pfannkuchen zu essen. Das Kind ist nicht undankbar, sondern findet, dass das kein richtiges Mittagessen ist. Zieht seine grüne Leggins aus, versteckt sie ganz hinten im Schrank und wird sie nie mehr anziehen.

So hat das Kind an einem Tag zwei Irrtümer in sich verfestigt: Suppe und Pfannkuchen sind kein Essen, sondern ein Snack. Die Meinung der anderen zählt mehr als die eigene.

Das Kind war ich. Um mir die Fremdbestimmung in Kleidungsfragen auszutreiben, brauchte ich zehn Jahre. 20, bis ich jetzt so langsam auch Suppe, Pfannkuchen und Milchreis als sättigende Nahrung betrachten kann. Ich habe dabei immer das Gefühl, als sei es ein Tropfen auf dem heißen Stein, für den hohlen Zahn, gut gemeint. Bemüht. Isses aber nicht. Sondern vielseitig, herzerfreuend und seelenwärmend.

Darum schmeißt die Mädchenküche eine astreine Suppenparty rund um das aktuelle Motto-Gemüse Kohlrabi, der genauso vielseitig und unterschätzt ist wie Suppe an sich:

Bei Ramona von becoming green gibt es eine Kohlrabi-Apfelsuppe mit Linsen-Radieschen-Topping,
Christina serviert Feiens Gemüse in Form von kalter Kohlrabisuppe mit Meerrettich und Kresse,
No Fastfood Today bei Ilona mit Kohlrabicremesuppe und  Paprika-Petersilienpesto
und Samira tischt in ihrer Veggie Kochwelt eine vegane Kohlrabicremesuppe mit grünem Pesto auf.

vegane Kohlrabi-Kokossuppe mit Petersilien-Zitronen-Gemolata.


Zutaten für zwei große Portionen Kohlrabisuppe mit Kokosmilch

etwa 400g Kohlrabi (500g sind auch ok, dann etwas mehr Flüssigkeit verwenden)
1 mittelgroße Kartoffel
400ml Gemüsebrühe
1 EL Kokosöl (alternativ ein geschmacksneutrales Öl zum Braten, z.B. Sonnenblumenöl)
1 Schalotte oder kleine Zwiebel
2 Frühlingszwiebeln (alternativ: eine kleine Stange Lauch)
1/2 TL gemahlenen Kreutkümmel
100ml Kokosmilch
Salz und Pfeffer


für die Petersilien-Zitrone-Gremolata
1/2 Bund Petersilie = etwa 4-5 EL gehackte Petersilie
2 EL Olivenöl
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
Salz


Die Schalotte schälen und fein würfeln, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Kokosöl in einem mittelgroßen Topf erhitzen, die Schalottenwürfel, Frühlingszwiebelringe und den Kreuzkümmel hineingeben und schmören lassen, bis die Zwiebeln weich sind. Sie sollten aber nicht braun werden.

Den Kohlrabi und die Kartoffel schälen, in etwa 1cm große Würfel schneiden und diese dann für etwa zwei Minuten auch in den Topf zu den Zwiebel und dem Kreuzkümmel geben.

Gib dann die Gemüsebrühe, die Kokosmilch und etwas Salz in den Topf. Lass die Kohlrabi-Suppe in Spe bei mitlerer Hitze aufkochen und dann für weiere 15 Minuten bei geringer Hitze simmern, bis die Kohlrabiwürfel weich sind.

Kokosmilch-Tipp: In der Dose separiert sich Kokosmilch ja immer in eine feste, fetthaltigere Masse und das Kokoswasser. Um das wieder zusammenzuführen, kannst du die Dose, wenn sie noch geschlossen ist, in ein Gefäß, z.B. einen Messbecher, mit heißem Wasser stellen und so mindestens 15 Minuten stehen lassen. Dann aus dem Wasser nehmen, die Dose schütteln und nun kannst du sie öffnen und hast die homogene Kokosmilch.

In der Zwischenzeit kannst du die Petersilien-Zitronen-Gremolata vorbereiten: Dazu die Petersilie fein hacken und in einen Mörser oder eine kleine Schüssel geben. Die Zitrone waschen und die Zesten mit einem Zestenreißer oder einer Küchenreibe abreiben und die abgeriebene Zitronenschale dann zu der Petersilie geben. Olivenöl und Salz dazu und entweder im Mörser zu einer Paste verarbeiten oder oder du drückst das Gemisch mit einem Löffel ein paar Mal gegen die Schüsselwand, sodass eine Masse daraus entsteht.

Nimm den Topf dann vom Herd und pürier den Inhalt zu einer sämigen Suppe. Gib noch etwas Kokosmilch dazu, wenn du sie noch sämiger magst. Mit Salt und Pfeffer abschmecken. Richte die Kohlrabi-Kokossuppe an und gib jeweils etwas von der Petersilien-Zitronen-Gremolata darauf.


Hast du auch solche eigenen Kindheitstraumata was Essen betrifft, die sich jetzt aber zum Glück wieder verflüchtigt haben?

Ich wünsche dir Schönes
Natalie

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P.S.: Anregung zu diesem Rezept habe ich bei That´s Food Darling gefunden, der Blog ist leider nicht mehr aktiv.

Kommentare:

  1. Das ist ein echt süßer Post, liebe Nathalie! Und die Suppe klingt fantastisch :)

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  2. So wie mit dir und der Suppe ist das mit mir und Süßem Mittagessen :D Suppe hingegen liebe ich schon immer heiß und innig und aus Kohlrabi gemacht ist sie so herrlich cremig... hmm, ich werd deine Version auf jeden Fall ausprobieren! Suppenwetter ist ja gerade. Liebe Grüße

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